Ein Finale für die Geschichtsbücher: Die Raiffeisen Flyers Wels haben das Endspiel der Basketball Austria Cup Finals gegen die Hefte Helfen Bulls Kapfenberg mit 96:89 nach Verlängerung gewonnen und sich damit zum zweiten Mal nach 2024 den Pokal gesichert. Was sich über mehr als zweieinhalb Stunden in der Sport Arena Wien abspielte, war ein Basketball-Krimi voller Wendungen, Emotionen und purer Willenskraft.

Schon der Finalsonntag hatte es in sich: Nach den Cup-Entscheidungen der Damen und des Rollstuhl-Bewerbs lieferten auch Wels und Kapfenberg ein Endspiel, das diesem Rahmen mehr als gerecht wurde. In der Anfangsphase begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe, ehe Kapfenberg im zweiten Viertel den ersten großen Nadelstich setzte. Ein 18:1-Run der Bulls drehte eine knappe Welser Führung in ein deutliches 49:35 zur Pause – ein 14-Punkte-Rückstand, der die Flyers einmal mehr vor eine Herkulesaufgabe stellte.

Doch wie schon im Halbfinale gegen BC Vienna bewiesen die Oberösterreicher ihre Comeback-Qualitäten. Zwar legten die Bulls nach Seitenwechsel noch einmal nach – ein Dunk von Daniel Grgic und ein Dreier von Vitalii Zotov sorgten für scheinbare Sicherheit –, doch im Schlussviertel kippte die Partie. Kapfenberg geriet massiv in Foulprobleme, gleich mehrere Leistungsträger mussten defensiv zurückstecken oder foulten aus. Als die Bulls in den letzten sieben Minuten der regulären Spielzeit punktelos blieben, witterte Wels seine Chance.

Angeführt von einem überragenden Marcus Azor, der das Spiel mit 29 Punkten prägte und später zum MVP gewählt wurde, kämpften sich die Flyers zurück. 22 Sekunden vor dem Ende brachte Azor sein Team per Korbleger erstmals in Führung, ehe Andrew Jones mit einem Dreier noch einmal ausglich. Drei Tip-In-Versuche der Welser fanden in der Schlusssekunde nicht ihr Ziel – Overtime.
In der Verlängerung war es erneut Azor, der voranging, unterstützt von Joshua Duach, der mit wichtigen Treffern den Weg ebnete. Spätestens sein Dreier zum 88:81 stellte die Weichen auf Sieg. Trotz aller Gegenwehr ließen sich die Flyers den Vorsprung nicht mehr nehmen und jubelten am Ende über ein 96:89 – begleitet vom frenetischen Jubel der mitgereisten Fans.

Nach der Schlusssirene brachen alle Dämme. Kapitän Christian von Fintel sprach von einer ,,unfassbaren Willensleistung" und brachte das Gefühl auf den Punkt: ,,Es fühlt sich richtig geil an, den Pokal wieder nach Wels geholt zu haben." 

Auch für Coach Sebastian Waser hatte der Triumph eine besondere Note: ,,Ich kenne den Kern dieses Teams seit über zehn Jahren. Was die Jungs heute geleistet haben, ist Wahnsinn."

Für die Flyers Wels ist dieser Cupsieg mehr als nur ein Titel. Er ist der Beweis für Mentalität, Zusammenhalt und die Fähigkeit, auch in scheinbar aussichtslosen Situationen zurückzuschlagen. Ein Finale, das noch lange nachhallen wird – und ein Pokal, der erneut seinen Weg nach Oberösterreich gefunden hat.

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