Die BK Raiffeisen Duchess Klosterneuburg haben ihre Vormachtstellung im heimischen Damenbasketball einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit einem 72:58-Erfolg über die Basket Flames sicherten sich die Niederösterreicherinnen im Rahmen der Basketball Austria Cup Finals presented by Alfa Romeo erneut den Titel. Die Entscheidung fiel dabei erst im letzten Spielabschnitt, als die Wienerinnen dem hohen Tempo Tribut zollen mussten.

Schon vor dem Tip-off lag spürbare Emotion in der Halle. Ex-Nationalspielerin Sarah Schicher wurde für ihre langjährige Karriere im ÖBV-Nationalteam geehrt und unter großem Applaus offiziell in die ,,Basketball-Pension" verabschiedet – ein würdiger Auftakt für ein hochklassiges Endspiel.

Sportlich legten die Duchess von Beginn an ein hohes Tempo vor. Fünf verwandelte Dreipunktewürfe in den ersten fünf Minuten unterstrichen die Favoritenrolle der Titelverteidigerinnen. Doch die Flames zeigten früh, dass sie sich nicht kampflos geschlagen geben würden. Trotz eines schnellen 4:15-Rückstands kämpften sich die Wienerinnen zurück und hielten zur Pause den Anschluss – 37:44.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Niveau hoch. Beide Teams präsentierten flüssigen Offensivbasketball und starke Trefferquoten. Mitte des dritten Viertels gerieten die Duchess kurzzeitig ins Wanken, was die Flames eiskalt nutzten: Mit viel Energie und Selbstvertrauen drehten sie die Partie und gingen zwischenzeitlich sogar mit 50:49 in Führung.

Im Schlussviertel zeigte sich dann jedoch die ganze Routine der Duchess. Angeführt von einer dominanten Iva Sanseovic, die Flames-Center Pia Jurhar unter dem Korb kontrollierte, übernahmen die Duchess wieder das Kommando. Während bei den Flames nach großem Kampf langsam die Kräfte schwanden, zog Klosterneuburg Punkt um Punkt davon. In den letzten zehn Minuten gelangen den Wienerinnen nur noch zwei Zähler – zu wenig, um den Favoriten ernsthaft zu gefährden.

Offensiv überzeugte bei den Duchess vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit: Sigrid Koizar erzielte 14 Punkte, Stella Popp, Victoria Matzka und Sanseovic steuerten jeweils 13 Zähler bei. Koizar wurde im Anschluss zur wertvollsten Spielerin des Finales gewählt und zollte dem Gegner Respekt: ,,So hart wie heuer war es noch nie. Erst Graz im Semifinale und jetzt die Flames – wir mussten 40 Minuten lang Gas geben."
Auch Duchess-Coach Diana Picorusevic zeigte sich sichtlich bewegt: ,,Das ist ein emotionaler Moment für uns als Team und für den ganzen Verein. Einige Spielerinnen sind zum letzten Mal bei uns, deshalb ist dieser Titel etwas ganz Besonderes."

Für die Flames endete das Finale zwar mit einer Niederlage, doch die Leistung fand große Anerkennung. Besonders emotional war der Cup für Sina Höllerl, die vor ihrem Wechsel ans College nach Oklahoma ihren (vorerst) letzten Titel feierte – ausgerechnet in einem Finale gegen ihren Vater Stefan Höllerl, den Coach der Flames. ,,Unglaublich, wie wir uns ins Match zurückgekämpft haben. Ein Riesenkompliment an mein Team", so Höllerl senior.

Mit dem erneuten Triumph bleibt der Cup in Klosterneuburg – und die Duchess stehen seit 2021 jedes Jahr im Endspiel.

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