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Zwei Titel, ein historischer Sommer und ein klarer Plan für die Zukunft: Oberwarts sportlicher Leiter Horst Leitner zieht zum Jahresende Bilanz – und erklärt, warum Kontinuität, Charakter und Geduld für die Gunners entscheidender sind als große Budgets.


Ein Jahr, das in Oberwart lange nachhallen wird, neigt sich dem Ende zu. Die Gunners haben 2025 sportlich Maßstäbe gesetzt, Titel gesammelt und einmal mehr bewiesen, dass nachhaltiger Erfolg nicht zwangsläufig an große Namen oder hohe Investitionen gebunden ist. Mittendrin: Horst Leitner – Strippenzieher, Identifikationsfigur und Architekt eines Konzepts, das über Jahre gewachsen ist.

Wenn Leitner auf die vergangenen Monate zurückblickt, fällt seine Einordnung klar aus. Der Double-Gewinn, gekrönt vom erfolgreichen Titelverteidigen, markierte einen Meilenstein in der Vereinsgeschichte. Für Klub, Fans und Umfeld war es ein emotionaler Höhepunkt, der weit über die nackten Ergebnisse hinausging. Besonders der zweite Meistertitel in Folge hatte Signalwirkung – intern wie extern.

Verwurzelt im Verein, unabhängig von Funktionen
Auch ohne offizielles Amt blieb Leitners Verbindung zu den Gunners stets eng. Über Jahre hinweg begleitete er Spieler von den ersten Schritten bis in tragende Rollen, pflegte Beziehungen und hielt den Kern des Teams zusammen. Dieses Vertrauen zahlte sich aus – nicht nur sportlich, sondern auch menschlich.

Der wohl wichtigste Erfolg abseits der Pokale war aus seiner Sicht die Stabilität im Sommer. Während andere Klubs umbauten, hielten die Gunners an ihrem österreichischen Gerüst fest. Die Entscheidung, nur punktuell auf Legionäre zu setzen, war kein Zufall, sondern Teil einer langfristigen Philosophie.

Kein großes Budget – aber klare Prinzipien
Oberwart verfolgt seit Jahren einen eigenen Weg. Anstatt mit finanzieller Schlagkraft zu beeindrucken, setzt man auf Beharrlichkeit, Entwicklung und maximale Effizienz. Selbst mit größeren Mitteln, so Leitners Überzeugung, würde sich der Klub nicht grundlegend anders aufstellen. Das Fundament bleibt gleich: Teamstruktur vor Einzelqualität, Identifikation vor Kurzfristigkeit.

Der Fokus liegt bewusst auf heimischen Spielern. Talente bekommen Zeit, Verantwortung zu übernehmen, statt sofort liefern zu müssen. Qualität entsteht hier nicht durch Namen, sondern durch tägliche Arbeit – und durch Charakter.

Talent allein reicht nicht
Leitner betont, dass Basketball auf diesem Niveau mehr verlangt als Technik oder Athletik. Entscheidende Faktoren seien Mentalität, Einsatzbereitschaft und die Fähigkeit, sich dem Team unterzuordnen. Wer Spitzenleistungen bringen will, müsse bereit sein, sich dem Sport vollständig zu verschreiben – Tag für Tag.

Diese Haltung prägt auch die aktuelle Mannschaft. Der Erfolg sei kein Zufallsprodukt, sondern das Resultat konsequenter Entscheidungen über Jahre hinweg. Und genau darin liegt für Oberwart der Schlüssel für die Zukunft.

Der Blick nach vorne
Auf die Frage nach der nächsten Meisterschaft reagiert Leitner gelassen – und selbstbewusst. Sollte alles passen, die tägliche Arbeit stimmen und der eingeschlagene Weg konsequent weiterverfolgt werden, dann sei auch der nächste Titel kein unrealistisches Ziel. Entscheidend sei, dass man sich nicht von äußeren Faktoren treiben lasse.

Egal, wo mögliche Gegner künftig spielen oder welche Rahmenbedingungen sich ändern: In Oberwart spricht man lieber auf dem Parkett als in Ankündigungen. Und genau dort will man auch 2026 wieder Antworten liefern.


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